LIGA
Die Lithografisch-galvanische Abformung (LIGA) ist eine Technik in der Mikrosystemtechnik, um mikrometerfeine Strukturen aus Kunststoff oder auch Metall herzustellen.
Vorgehensweise:
Wiederholt man die Schritte Belichten, Entwickeln und Galvanik mehrmals,
so kann man komplexere Strukturen entwerfen, die sich aber zum Substrat
(dem Wafer) hin verjüngen müssen, sonst würde sich das Bauteil nicht
aus der Form lösen. Dies beschränkt die Komplexität der herzustellenden
Struktur.
Benutzt man die mittels LIGA erzeugte Form zum Spritzgießen, ergibt sich eine Besonderheit im Gegensatz zur Herstellung makroskopischer Teile: es müssen keine Bohrungen für das Entweichen der in der Form vorhandenen Luft vorgesehen werden, da beim Herstellen von Bauteilen einiger hundert Mikrometer Größe die Unebenheiten der Kontaktfläche von Form und Gegenstück für das Entweichen der Luft ausreichen. Nur die Bohrungen für das Zuführen des zu spritzenden Materials müssen erzeugt werden.
Mittels LIGA-Technik werden Zahnräder für Miniaturgetriebe (zum Beispiel im Kopf eines Bohrers beim Zahnarzt) und mikrofeine Düsen für Filter hergestellt.
Miniaturisierte Getriebe, die mittels LIGA-Technik hergestellt wurden, kann man aufgrund ihrer geringen Größe nicht schmieren. Deshalb besteht die Kunst der Entwicklung eines solchen Getriebes darin, Materialkombinationen zu finden, die selbstschmierend sind. So sind etwa zwei Zahnräder aus dem gleichen Material schlechter als die Kombination von bestimmten unterschiedlichen Materialien.
Ein Mikro-Elektromotor besteht aus magnetischem Material, i.d.R. einer Nickel/Eisen-Legierung. Alle Bestandteile des Mikromotors werden in Mikrogalvanoformung hergestellt.