Normannen
Normannen sind im heutigen französischen Sprachgebrauch (normands) die Bewohner der Normandie. Tatsächlich ist die Normandie nach den »Nordmännern« benannt, einer Gruppe von Wikingern, die, aus Skandinavien kommend, in der 2. Hälfte des 9. Jahrhunderts kriegerisch in Nordfrankreich eindrangen und im Jahr 911 das untere Seine-Becken vom fränkischen König zu Lehen nahmen, bekannt als der Vertrag von St. Claire-sur-Epte, erster Herzog Rollo, Lehen gegeben von Karl dem Einfältigen.Die Normannen nahmen die französische Sprache an und entwickelten eine eigenständige kulturelle Identität, die sie sowohl von ihren skandinavischen Vorfahren wie auch von ihren frankogallischenen Nachbarn unterschied.
Einzelne Normannengruppen dehnten mit dem beginnenden 11. Jahrhundert ihre Streifzüge bis in den Mittelmeer-Raum aus und setzten sich um Aversa und Capua fest. Schließlich gelangten sie in beinahe ganz Süditalien und Sizilien, das sie von den Sarazenen eroberten, an die Herrschaft.
- (siehe hierzu unter dem Stichwort Apulien vor allem »Geschichte 1000-1050«)
Hinweis: In mittelalterlichen Chroniken wird die Bezeichnung "Normanne, Nordmanni" oft als Synonym für Wikinger oder Skandinavier verwendet.
Siehe auch: Al-Madjus, Theelacht