Ozeanboden
Die Ozeanböden sind der meeresbedeckte Teil der Lithosphäre der Erde. Sie bilden die so genannte 'untere Erdkruste', auch ozeanische Kruste genannt.
| Table of contents |
|
2 Sedimente der Ozeanböden 3 Alte Ozeanböden 4 Geschichte der Ozeanbodenforschung |
Der Meeresboden ist von seiner Beschaffenheit her gleichförmiger als die Landoberfläche, denn er ist nur wenigen Erosionskräften ausgesetzt. Weder Verwitterung noch die auf der Landoberfläche so weit verbreitete Erosion durch fließendes Wasser können sein Relief formen.
Dennoch ist der Ozeanboden keineswegs gleichförmig.
Wie ein Band umrahmt eine Flachsee-Region, der Schelf, die Küsten der Kontinente. Er liegt durchnittlich bis 200 m unter dem Meeresspiegel, kann aber auch Tiefen zwischen 50 m und 300 m erreichen.
Seine Breite schwankt zwischen 10 km im Golf von Biscaya und 200 km an der Nordküste Sibiriens. An den Mündungen größerer Ströme kann der Schelf tiefe canyonartige Einschnitte aufweisen.
Unterhalb des Schelfs leitet der bis zu 80 km breite Kontinentalabhang bis zum ca. 4000 bis 5000 m tiefen Tiefseebecken über.
Die mittelozeanischen Rücken sind langgestrecke, meist untermeerisch verlaufende Rücken oder Schwellen, die ihr Entstehen dem Aufreißen der ozeanischen Kruste entlang der Plattengrenzen verdanken. Hier tritt basaltische Magma aus, erkaltet und bildet neuen Ozeanboden. Der Kamm dieser Schwellen ist auf seiner ganzen Länge von einer zentralen Grabenzone durchzogen, die mehrfach gegeneinander durch querlaufende Brüche versetzt ist.
In den Subduktionszonen der Ozeane finden sich schmale, langgestreckte Tiefseegräben, die im Durchschnitt 40 km breit und 6000 m tief sind. Hier werden die größten Tiefen der Ozeanböden gemessen. So erreicht der
Marianengraben im Pazifik die größte Tiefe mit 11 022 m u.NN.
Ozeanböden sind meist mit Tiefsee-Sedimenten bedeckt, deren Mächtigkeit im Durchschnitt 800 m beträgt, aber im Extremfall zwischen 0 und 5 km schwankt.
Da Ozeanböden sich ständig von den mittelozeanischen Rücken her erneuern und an den Ozeanrändern in den Subduktionszonen wieder abtauchen, nimmt die Sedimentmächtigkeit mit zunehmender Entfernung zu den Rücken zu.
Die Ablagerungen unterteilt man je nach Wassertiefe in:
Im wechselnden Verlauf der Erdgeschichte wurden immer wieder Kontinente oder Teile davon im Zuge der Plattentektonik überflutet und waren Ozeanböden. Diese Ozeanböden konnten sich später wieder heben und im Extremfall sogar zu einem Gebirge auffalten, sodass man heute Beschaffenheit und Zusammensetzung ehemaliger Meeresböden in mehreren tausend Metern Höhe über dem Meeresspiegel z.B. in den Alpen oder dem Himalaya studieren kann. Genaue Analysen des Sedimentgesteins geben Aufschluss darüber, wie sich die Landschaft im Laufe der Jahrmillionen verändert hat.
Die systematische Erforschung der Meeresböden begann mit Tiefenmessungen, die seit 1922 mit Echolot durchgeführt wurden.
Dabei sendet man während der Fahrt Schallwellen zum Meeresboden, die dort reflektiert und als Echo von einem Empfänger aufgezeichnet werden.
Die erste Tiefenkarte erschien 1854, und zwar über den Nordatlantik.
Später versuchten Forscher selbst in größere Tiefen abzutauchen.
So erreichten J. Piccard und Don Walsh mit einem Tauchschiff im Marianengraben eine Tiefe von 10 916 m.Relief der Ozeanböden
Kontinentalschelf
Mittelozeanische Rücken
Tiefseegräben
Sedimente der Ozeanböden
Flachmeerablagerungen
Tiefseeablagerungen
Grob vereinfacht kann man sagen, dass die Größe der Sedimentpartikel zunimmt, je näher der Ozeanboden an die Küste reicht.Alte Ozeanböden
Geschichte der Ozeanbodenforschung