Schönau (Odenwald)
| Basisdaten | |
|---|---|
| Bundesland: | Baden-Württemberg |
| Regierungsbezirk: | Karlsruhe |
| Kreis: | Rhein-Neckar-Kreis |
| Fläche: | 2250 ha |
| Einwohner: | 4888 (3/2003) |
| Höhe: | 175 m ü. NN |
| Postleitzahlen: | 69250 |
| Vorwahlen: | 06228 |
| Geografische Lage: | 49° 26' n. Br. 08° 48' ö. L. |
| KFZ-Kennzeichen: | HD
|
| Website: | www.stadt-schoenau.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Herr Krämer |
| Stadtteile: | Altneudorf Lindenbach |
Schönau ist eine Gemeinde im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg. Nächste größere Stadt ist Heidelberg
Geschichte
In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts kam der Wormser Bischof Buggo II in den Odenwald. Verzaubert von dem Anblick, der sich ihm vom Berge herab (heute: Bischofsblick) bot vier Täler kreuzen sich; der Greinerbach und der Schafbach münden durch saftige gründe Wiesen in die Steinach soll er ausgerufen haben:
" hier in diesen schönen Auen laßt uns ein Kloster bauen".
Tatsächlich wurde am 21. März 1142 auf diesem Gebiet ein Zisterzienserkloster gegründet.
Das Zisterzienserkloster Schönau gelangte zu hohem Ansehen und reicher Blüte. Der Besitz des Klosters, meist durch Schenkungen im 12. und 13. Jahrhundert erworben, erstreckte sich von Hirschhorn bis zum linksrheinischen Gebirgsrand, sowie in die Umgebung von Frankfurt. 44 Äbte standen dem Kloster bis zu dessen Aufhebung vor. Nach der Reformation - mit der die Kloster in der Pfalz aufgehoben wurden - siedelte Kurfürst Friedrich III dafür 35 hugenottische Flüchtlingsfamilien aus der Gegend von Namur und Lüttich in den leerstehenden Klostergebäuden 1562 an. Zusammen mit einigen Familien, die während der Klosterzeit als Hofpächter in den Außenbezirken lebten, bildeten sie die Bevölkerung Schönaus zu jener Zeit.
Bereits zu diesem Zeitpunkt erhielt die Siedlung Stadtrechte und auch der Name des Ortes hatte sich über einige Umwege herausgebildet. Ein zweites Mal setzte im Tal vielfältiges Bauen ein. Das Bild der Klosteranlage wurde zum Großteil zerstört. Die Wallonen bauten die große Klosterkirche (84 m Länge) zu Wohnungen um, um nach und nach auch die restlichen Klosteranlagen zu Wohnzwecken umzugestalten. Nur das als Kirche benutzte Herrenrefektorium (Speisesaal der Mönche) blieb von den Umbauten verschont und stellt heute gemeinsam mit der sog. "Hühnerfautei" die wertvollsten baulichen Dokumente aus der Klosterzeit dar. In jener Zeit wurde das "Wallonenhaus" auf den Fundamenten der ehemaligen Klosterschmiede im Jahre 1588 in Fachwerk errichtet. Ebenfalls in jener Zeit, nämlich 1595, entstand die Hofmühle. Erhalten ist auch noch das obere Tor, der alte Hauptzugang zum Kloster. Diese nordwestliche Klosterpforte ist um das Jahr 1200 entstanden. Aus den spätgotischen Zutaten kann man jedoch ersehen, daß noch Jahrhunderte später daran gearbeitet wurde. Mit den Wallonen - durchweg Tuchmacher und Schönfärber - die das in der Heimat erlernte Handwerk weiter ausübten, blühte dieses Gewerbe und damit das Handwerk in Schönau auf.
Für die sich entwickelnde Stadt reichte der Klosterbezirk lange Zeit aus. In der gerade neu erblühten Größe setzte der 30jährige Krieg ein, der auch Schönau heimsuchte.
Nach Ende des 30jährigen Krieges kamen die Versprengten und Geflüchteten nach und nach zurück. Gemeinsam mit einem starken Zuzug aus den Nachbarorten aber auch von weither (Berner Oberland) entwickelte sich die Siedlung neu, so daß sich die Verhältnisse wieder besserten.
Bereits früh im 20. Jahrhundert - Schönau zählte inzwischen 1800 Einwohner - wurden wichtige Einrichtungen, wie das Volksbad (1904) und die Kanalisation (1910) geschaffen. Das elektrische Licht hielt 1914 in Schönau seinen Einzug.
Ein weiterer Rückschlag erfolgte mit dem 1. Weltkrieg. Dennoch entwickelte sich das Städtchen nach Kriegsende zügig weiter, so daß sehr schnell das ehemalige Klostergebiet nicht mehr ausreichte und die Außenbezirke besiedelt wurden. Südlich der Ringmauer war es im Gerstenacker der "Hof", im nördlichen Teil der Torweg, die nun bebaut wurden. Die Einwohnerzahl stieg bis zum Jahre 1935 auf 2230.
Auch der 2. Weltkrieg brachte Rückschlag und Stagnation. In den 50er und 60er Jahren erlebte das Städtchen eine hohe Blüte. Weit über 1000 Arbeitsplätze waren bei den verschiedensten Unternehmen am Orte für die Schönauer Bevölkerung und für die nähere Umgebung vorhanden. Die Steuerkraft der Stadt Schönau zu jener Zeit war beträchtlich und Schönau galt als eine der reichsten Gemeinden des ehemaligen Landkreises Heidelberg. Beachtlich war jedoch in diesen Jahren auch die Entwicklung im Erholungsbereich. Mehrere 100 Gäste pro Woche verbrachten in Schönau ihren Urlaub und bewiesen damals schon, daß ein landschaftlich schön gelegenes Gebiet - trotz erheblicher Gewerbeansiedlungen - auf den Fremdenverkehr nicht verzichten braucht.
Die Rezession in den 60er Jahren traf Schönau hart. Viele Unternehmen wurden geschlossen - über 1000 Arbeitsplätze gingen verloren. Die Ansiedlungsversuche gestalteten sich - bis in die jüngste Gegenwart - sehr schwierig, da Schönau nicht mehr über einen Bahnanschluss verfügt und auch die Fernstraßen einige Kilometer entfernt liegen. Parallel zu dieser Entwicklung ging auch der Fremdenverkehr stark zurück, da wohl insbesondere Billigreisen ins Ausland - dazu noch in fast sicheres Sonnenwetter - für viele Erholungsorte in Deutschland zur übermächtigen Konkurrenz wurden.
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