Seegfrörne
Seegfrörne bezeichnet das seltene Ereignis, wenn der gesamte Bodensee zugeforen ist. Dies geschieht statistisch gesehen etwa alle 70 Jahre. Es sind ein extrem kalter Sommer, lang anhaltende Ostwinde und sehr kaltes Wetter in Herbst und Winter erforderlich, damit der Bodensee im Januar oder Februar total überfriert.Die bekannten Seegfrörnen fanden statt in den Jahren:
- 875, 895,
- 1074, 1076,
- 1108,
- 1217, 1227, 1277,
- 1323, 1325, 1378, 1379, 1383,
- 1409, 1431, 1435, 1460, 1465, 1470, 1479,
- 1512, 1553, 1560, 1565, 1571, 1573,
- 1684, 1695,
- 1788,
- 1830, 1880,
- 1963
Seit 1573 wird bei jeder Seegfrörnen eine Büste des Heiligen Johannes in einer feierlichen Eisprozession wechselseitig vom schweizerischen Münsterlingen ins deutsche Hagnau über das Eis getragen und bei der nächsten Seegfrörnen wieder zurück. Zur Zeit ist die Büste in der Pfarrkirche des ehemaligen Benidiktinerklosters in Münsterlingen.
Literatur
- Werner Dobras: Wenn der ganze Bodensee zugefroren ist..., Verlag Stadler, Konstanz, 1983, ISBN 3-7977-0112-8