Skalarprodukt
Die in diesem Artikel verwendeten Symbole werden in der Tabelle mit mathematischen Symbolen erläutert.Vektoren werden in diesem Artikel zur Unterscheidung von Skalaren einheitlich in Fettdruck dargestellt.
Das Skalarprodukt zweier Vektoren a und b ist eine reelle Zahl, die sich aus den Beträgen der beiden Vektoren und dem Kosinus des von diesen eingeschlossenen Winkelss gemäß der Formel
Mit Hilfe des Skalarproduktes ist es möglich, die Länge eines Vektors und den Winkel zwischen zwei Vektoren zu berechnen.
Von einem abstrakteren Standpunkt betrachtet, ist das Skalarprodukt eine Funktion, die zwei Elementen eines Euklidischen Raums - oder allgemeiner, eines reellen Vektorraums - eine reelle Zahl zuordnet. Eine Verallgemeinerung, die für Vektorräume über beliebigen Skalarkörpern definiert ist, heißt inneres Produkt: siehe dazu den Artikel Innenproduktraum.
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2 Notation 3 Motivation: Skalarprodukt im Euklidischen Raum 4 Komponentenweise Berechnung |
Das Skalarprodukt ist von mehreren anderen Produkten zu unterscheiden , die in einem Vektorraum V über einem Körper K definiert sein können:
Das Skalarprodukt wird im deutschen Sprachraum in aller Regel mit einem Punkt als Multiplikationszeichen geschrieben: x·y.
Wie bei der normalen Multiplikation kann das Multiplikationszeichen auch ganz weggelassen werden, wenn keine Missverständnisse auftreten können; das ist insbesondere in Texten der Fall, in denen Vektoren durch Vektorpfeile, durch Fettdruck oder durch Unterstreichen kenntlich gemacht sind und daher nicht mit Skalaren verwechselt werden können:
Das Skalarprodukt ist ursprünglich im Rahmen der analytischen Geometrie im Euklidischen Raum eingeführt worden. Um die geometrische Bedeutung des Skalarprodukts zu erklären, betrachten wir den dreidimensionalen affinen Raum mit einem kartesischen Koordinatensystem.
Ein Punkt A besitze die Koordinaten (a1, a2, a3). Diese Koordinaten kann man auch als Komponenten eines Ortsvektors auffassen, der vom Ursprung O nach A zeigt. Der Abstand des Punktes A vom Ursprung, oder äquivalent die Länge des Vektors ist nach dem Satz des Pythagoras
Abgrenzung zu anderen Produkten
Notation
Motivation: Skalarprodukt im Euklidischen Raum
Den Ausdruck unter der Wurzel fassen wir nun als skalarwertiges Produkt des Vektors mit sich selber auf: wir definieren also das Skalarprodukt als Summe über die Produkte der Vektorkomponenten,
Damit gilt für die Länge eines Vektors
was eine erfreuliche Analogie zum Absolutbetrag einer reellen
Man rechnet leicht nach, dass das so eingeführte Skalarprodukt tatsächlich die typischen Eigenschaften einer multiplikativen Verknüpfung hat: es gelten insbesondere das Distributivgesetz und damit auch die binomischen Formeln. Wir betrachten nun ein Dreieck ABC im affinen Raum und finden unter Verwendung der binomischen Formel:
- .
- .
Ausgehend von den vorstehenden Überlegungen und Begriffsbildungen arbeitet sich die lineare Algebra zu der Erkenntnis vor, dass man jeden Vektor als Linearkombination aus orthonormalen Basisvektoren darstellen kann,
Im dreidimensionalen Euklidischen Raum berechnet man also das Skalarprodukt von zwei Spaltenvektoren zum Beispiel als
Komponentenweise Berechnung
Daraus ergibt sich, dass man das Skalarprodukt, in Übereinstimmung mit der "naiven" Definition, koeffizientenweise ausrechnen kann:
wobei der Überstrich wieder für die komplexe Konjugation steht.
Bei unendlichdimensionalen Räumen muss man zwischen einer Orthonormalbasis und einer Basis im Sinne der linearen Algebra unterscheiden, die zur Unterscheidung auch Hamelbasis genannt wird.