Théodore Rousseau
Etienne-Pierre-Théodore Rousseau (* 15. April 1812 in Paris; † 22. Dezember 1867 in Barbizon) war ein französischer Maler und der Gründer der Schule von Barbizon.Rousseau war ein Schüler von Rémond und Guillon-Lethière, bildete sich aber mehr durch Studien nach der Natur und den niederländischen Landschafts- und Tiermalern und durch Reisen nach der Auvergne und der Normandie zu einem Maler aus, welcher das Hauptgewicht auf die Stimmung legte und der französischen Landschaftsmalerei eine neue, noch heute (d.i. 1888) herrschende Richtung gab. Er begründete die Gattung der "Paysage intime", welche die Motive zu ihren Bildern vornehmlich dem Wald von Fontainebleau entlehnt. Seit 1848 hatte Rousseau seinen Wohnsitz am Rande dieses Waldes zu Barbizon, wo er 22. Dezember 1867 starb.
In der koloristischen Behandlung oft flüchtig und skizzenhaft, in der letzten Zeit dagegen zu detailliert und deshalb minder frisch, üben seine Landschaften doch stets einen tiefen poetischen Reiz. Seine Hauptwerke sind: Ansicht des Beckens von Paris und des Seine-Laufs, Tal von Bas-Meudon und die Insel Séguin, Hochwald von Compiègne (1833), Abstieg von Kühen im obern Iura (1835), die Lache, Avenue de l'Isle-Adam, die Waldlisiere, Ausgang aus dem Wald von Fontainebleau (1852) und Sumpf in den Landes (1854, beide im Louvre in Paris).
Er erhielt 1867 die Ehrenmedaille der Pariser Weltausstellung. Sein Bruder Philippe Rousseau war ebenfalls Maler.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Théodore Rousseau in: Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl. 1888-90, Bd. 13, S. 1014