Verkehrsluftschiff
Verkehrsluftschiffe sind Luftschiffe, die zum zivilen Transport von Personen und Gütern eingesetzt werden.
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2 Die Blütezeit 3 Aktuelle Luftschifffahrt |
Die erste Fluggesellschaft überhaupt, die 1909 gegründete DELAG betrieb vor und nach dem ersten Weltkrieg Zeppelin-Luftschiffe im Verkehrsdienst.
Der erste Weltkrieg führte zum Erliegen der zivilen Luftfahrt. Alle zivilen Luftschiffe mußten an das Militär abgegeben werden. Der erste Weltkrieg brachte aber auch große technische Fortschritte. Vor allem der Bau von Starrluftschiffen, aber auch die Flugzeuge entwickelten sich mit großen Schritten weiter.
Die Pionierzeit
Luftschiffe waren den Flugzeugen anfangs technisch überlegen. Sie konnten mehr Nutzlast, über längere Strecken bei fast gleicher Geschwindigkeit wie Flugzeuge befördern.Die Blütezeit
Ihre Blütezeit erlebten die Verkehrsluftschiffe in den 20er und 30er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Zu dieser Zeit waren Luftschiffe Flugzeugen technologisch immer noch mindestens ebenbürtig, in vielen Bereichen, beispielsweise der Reichweite, sogar weit überlegen. Gegenüber Schiffen besaßen sie den gleichen Komfort bei deutlich kürzerer Reisezeit. nach Friedrichshafen, Oktober 1919]]
Mit den Luftschiffen LZ120 „Bodensee“ und LZ121 „Nordstern“ wollte die DELAG die Städe in Europa miteinander verbinden.
Beide Schiffe mußten jedoch an die Sieger des Ersten Weltkrieges als Reparation abgegeben werden: LZ120 an Italien, wo es den Namen Esperia erhielt, und LZ121 als Méditerranée an Frankreich.
Auch Schütte-Lanz plante mehrere große Starrluftschiffe für den Verkehrsdienst. Die Pläne konnten jedoch nicht umgesetzt werden. Die Firma beendete daher Luftschiffbau.
Da Deutschland keine militärischen Luftschiffe bauen durfte und die Größe der Luftschiffe durch die Allierten eingeschränkt wurde, war auch das für die US-Marine gebaute Reparationsluftschiff rein für die zivile Verwendung gestaltet und besaß daher auch Kabinen für etwa 30 Passagiere.
Die deutschen Zeppeline LZ127 „Graf Zeppelin“ und LZ129 „Hindenburg“ fuhren fahrplanmäßig im Liniendienst über den Atlantik nach Brasilien und in die USA. Dabei beförderten sie Passagiere, Post und Fracht. Der Betrieb lief kommerziell erfolgreich. LZ127 umrundete auf der Weltfahrt mit zahlenden Gästen an Bord sogar einmal die Erde.
Der Erfolg der großen Verkehrsluftschiffe war so groß, daß sogar Spitze des Empire State Buildings in New York ursprünglich als Ankermast für Passagierluftschiffe dienen sollte.
Großbritannien plante eine Reihe von Großluftschiffen, um eine Flugverbindung zwischen dem Königreich und den Kolonien des Empire (zum Beispiel Kanada, Indien, Australien) herzustellen. Zu diesem Zweck wurden unter anderem zwei riesige Luftschiffe in Auftrag gegeben. Die R100 und die R101 waren nach identischen Spezifikationen, jedoch einmal von Vickers und einmal von der Regierung gefertig. Leider endete die erste große Reise der R101 schon nach wenigen Kilometern in einer Katastrophe. R100 überquerte einmal den Atlantik.
Der heraufziehende Zweite Weltkrieg beendete die Ära der Großluftschiffe und vorerst auch die der zivilen Luftschifffahrt. Nach dem Unglück der Hindenburg versuchte die Zeppelingesellschaft für das bereits im Bau befindliche Schwesterschiff LZ130 Helium von den USA zu kaufen. Dies scheiterte jedoch an den politischen Rahmenbedingeungen. LZ130 wurde mit Wasserstoff gefüllt und erhielt daher vom Reichsluftfahrtamt keine Zulassung für den Passagiertransport. Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden die letzten beiden verbliebenen Großluftschiffe LZ127 und LZ130, die ersten Teile des bereits im Bau befindlichen LZ131 und die Luftschiffhallen auf Befehl der Reichsführung verschrottet.
Während des zweiten Weltkrieges kamen ausschließlich kleinere Militärluftschiffe zum Einsatz.
Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurden keine großen Starrluftschiffe mehr gebaut. Zivile Luftschiffe fanden vor allem als fliegende Werbeträger Verwendung. (Trumpf-Luftschiff) Sie können mit riesigen Leuchtwerbetafeln oder Leinwänden bestückt werden und sind so auch Nachts ein Blickfang in der Luft. Reine Werbeluftschiffe sind jedoch keine Verkehrsluftschiffe im eigentlichen Sinne, da sie weder Passagiere noch Fracht transportieren. Sie stellen jedoch heute den Großteil der zivilen Luftschiffahrt. Werbeluftschiffe dienen auch als Kameraplattform und Relai-Station bei Großveranstaltungen (z.B. Autorennen). In dieser Funktion sind vor allem die Goodyear-Werbe-Blimps bekannt geworden. Auch Skyship aus den USA und die WDL-Werbeluftschiffe aus Deutschland sind hin und wieder am Himmel zu sehen.
Der Passagierverkehr wurde nur in Form von Rundflügen wieder eingeführt. Flugzeuge haben den Luftschiffen im reinen Transportdienst den Rang abgelaufen. Einzig das Erlebnis der Luftschiffahrt, das ruhige Dahingleiten in relativ geringer Höhe, daß sonst nur mit Ballonen möglich ist eröffnet dem Luftschiff eine Nische im Tourismus. Diese wird u.a. seit 2001 vom zur Zeit größten fliegenden Luftschiff, dem Zeppelin NT, genutzt. Mit dem Zeppelin wurde auch die Tradition der Luftschiffpost fortgesetzt. Diese Post wird vor allem von Philatelisten geschätzt.
Der bisher einzige praktische Versuch wieder ein Grossluftschiff zu bauen scheiterte 2002. Die Cargolifter AG wollte mit dem CL160 ein Transportluftschiff für große sperrige und bis zu 160 t schwere Lasten bauen. Die Firma mußte jedoch Konkurs anmelden.
Kleinere Heissluft-Luftschiffe wurden (werden?)zur Erforschung der Baumkronen im Regenwald verwendet.
Aktuelle Luftschifffahrt
Forschung
Hin und wieder werden Luftschiffe auch für Forschungsaufgaben eingesetzt. So half der Zeppelin NT bei der Entwicklung des Europäischen Satellitennavigationssystems Galileo. Er simulierte einen Satelliten, um die Signalempfang unter verschieden Winkeln und in verschiedenen Umgebungen zu untersuchen.
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Prallluftschiff
siehe auch: Militärluftschiff